Pressemitteilung: FDP/BZD-Fraktion fordert volle Transparenz beim WES-Fonds: „Jeder Euro Verwaltungskosten muss sich rechtfertigen“
FDP/BZD-Fraktion fordert volle Transparenz beim WES-Fonds: „Jeder Euro Verwaltungskosten muss sich rechtfertigen“
Mit einem detaillierten Fragenkatalog zur Kostenstruktur und Governance des sogenannten „WES-Fonds“ geht die FDP/BZD-Fraktion (Freie Demokraten und Bürgerliste Zukunft) in die aktuelle Haushaltsdebatte. Bei einem Anlagevolumen von mittlerweile rund 124,7 Millionen Euro (Stand Ende 2025) sieht die liberale Fraktion dringenden Klärungsbedarf bei der Wirtschaftlichkeit der kreiseigenen Finanzanlagen.
Der WES-Fonds ist ein spezielles Finanzinstrument des Kreises Wesel. Es handelt sich dabei um ein Sondervermögen, in dem der Kreis seine liquiden Mittel und Rücklagen am Kapitalmarkt anlegt. Ziel dieses Fonds ist es, durch eine professionelle Vermögensverwaltung höhere Renditen zu erzielen, als dies mit klassischen Bankeinlagen möglich wäre, um so den Kreishaushalt langfristig zu entlasten. Gesteuert wird der Fonds in der Regel durch externe Kapitalverwaltungsgesellschaften nach den Anlagerichtlinien des Kreises.
„Wer über 120 Millionen Euro an Steuergeldern am Kapitalmarkt bewegt, muss maximale Transparenz walten lassen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Constantin Borges. In ihrer Anfrage verlangt die FDP/BZD-Fraktion nun eine detaillierte Aufschlüsselung der laufenden Kosten der letzten drei Jahre. Im Kern fordert die Fraktion eine präzise Darlegung der laufenden Gesamtkosten im Verhältnis zum Fondsvolumen sowie eine Überprüfung, ob die Entgelte für die beauftragte Kapitalverwaltungsgesellschaft und die Depotbank noch marktüblich sind. Darüber hinaus verlangen die Liberalen Transparenz über die durch Umschichtungen im Portfolio entstandenen Transaktionskosten und Klärung der Frage, gegen welchen konkreten Referenzindex (Benchmark) die Netto-Performance des Fonds intern gemessen wird. Nicht zuletzt zielt die Initiative darauf ab, durch eine Abfrage der letzten Markterkundungen sicherzustellen, dass die Governance-Strukturen und Mandate bei einem Anlagevolumen dieser Größenordnung regelmäßig dem Wettbewerb unterzogen werden.
Besonderes Augenmerk legt die Fraktion auf die Frage der „Performance Fees“ – also erfolgsabhängige Vergütungen für die Verwalter. „Angesichts der Haushaltslage im Kreis Wesel muss sichergestellt sein, dass die Erträge des Fonds nicht durch unnötig hohe Verwaltungskosten aufgefressen werden“, so Borges weiter. „Bei einem Volumen dieser Größenordnung haben wir als Kreistag die Pflicht, die Gebührenstruktur regelmäßig einer harten Marktprüfung zu unterziehen.“