Anfrage: Freistellungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Loosenberge in Schermbeck
Betreff: Anfrage 004/2026 – Freistellungsmaßnahmen im Naturschutzge- biet Loosenberge in Schermbeck
Sehr geehrter Herr Landrat,
sehr geehrte Damen und Herren,
die derzeit laufenden Freistellungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Loosenberge in Schermbeck haben vor Ort erhebliche Aufmerksamkeit und Irritationen in der Bevölkerung ausgelöst. Nach den öffentlich zugänglichen Darstellungen handelt es sich um einen großflächigen Eingriff zur Offenhaltung der dortigen Wacholderheide unter Beteiligung der Biologischen Station sowie weiterer fachlich zuständiger Stellen.
Die FDP/BZD-Fraktion unterstützt den Schutz wertvoller Lebensräume ausdrücklich. Gerade des- halb bedürfen Maßnahmen mit erheblicher Eingriffstiefe in das Landschaftsbild einer klaren fachlichen Begründung, einer verlässlich gesicherten Nachpflege und einer nachvollziehbaren öffentlichen sowie politischen Begleitung. Wer heute großflächig freistellt, muss auch darlegen, wie die Pflege der Fläche in den kommenden Jahren gesichert werden soll.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung der folgenden Fragen:
1. Zuständigkeiten und Verantwortung
Wer ist formell Auftraggeber der aktuellen Maßnahme, welche Stellen tragen die fachliche Verantwortung und bei welcher Stelle liegt die übergeordnete politische Verantwortung?
2. Fachliche Grundlage
Auf welchen Pflege-, Entwicklungs- oder Schutzkonzepten beruht die aktuelle Maßnahme konkret, und welche naturschutzfachlichen Ziele werden damit verfolgt?
3. Langfristiges Pflegekonzept
Wie sieht das verbindliche Nachpflegekonzept für die kommenden fünf bis zehn Jahre aus, um ein erneutes Zuwachsen der freigestellten Flächen zu verhindern?
4. Finanzielle Absicherung der Folgepflege
Welche finanziellen Mittel stehen für diese mehrjährige Nachpflege verbindlich zur Verfügung, aus welchen Quellen stammen sie und für welchen Zeitraum ist diese Finanzierung gesichert?
5. Realisierbarkeit der Schafbeweidung
Wie konkret ist die angekündigte Offenhaltung durch Schafbeweidung bereits abgesichert, und wie werden dabei die veränderten Rahmenbedingungen sowie der notwendige Herdenschutz im Zusammenhang mit Wolfspräsenz am Niederrhein berücksichtigt?
6. Evaluation und öffentliche Begleitung
Nach welchen Kriterien wird der Erfolg der Maßnahme kontrolliert? Welche Erfahrungen aus früheren, ähnlich eingriffsintensiven Maßnahmen im Kreis Wesel, insbesondere im Hinblick auf Akzeptanz, Information der Öffentlichkeit und Auswirkungen auf den Erholungswert, sind in die aktuelle Planung und Kommunikation eingeflossen?
Wir bitten um eine zeitnahe Beantwortung.